Die Anschaffung einer Katze will gut überlegt sein

Nehmen Sie sich für die Entscheidung Zeit

Die Lebenserwartung der Katze liegt in der Regel zwischen 10 und 16 Jahren, manche Katzen werden aber auch bedeutend älter. Da Katzen das alltägliche Leben ihrer Besitzer beeinflussen, muss man sich vor der Anschaffung auch die Nachteile der Katzenhaltung und die Verantwortung, die man damit übernimmt, vor Augen führen.
Mit der Anschaffung einer Katze bekommen Sie nicht nur einen verspielten, verschmusten, aufmerksamen, vielleicht auch eigenwilligen Hausgenossen, von dem Sie sich zu Recht viel Freude versprechen; Sie übernehmen zugleich Verantwortung und Fürsorge für ein schutzbedürftiges, von Ihnen abhängiges Lebewesen.

Bedenken Sie bitte:

Wenn all diese Punkte kein Problem für Sie sind, steht dem Einzug einer Katze bei Ihnen nichts im Wege!

Welche Rasse?

Katzenrassen unterscheiden sich in ihren charakterlichen Eigenschaften weniger stark als Hunderassen, es gibt aber doch Unterschiede. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Katzenzüchter eingehend nach den Eigenschaften der jeweiligen Rassen. Bedenken Sie auch, daß langhaarige Katzen weit höheren täglichen Pflegeaufwand bescheren, als kurzhaarige Rassen.

 

Junge oder ältere Katzen?

Auch ältere Katzen gewöhnen sich relativ rasch an eine neue Umgebung. Die Charaktereigenschaften der Katze sind weitgehend genetisch programmiert, und eine "Erziehung" der Katze und Gewöhnung an gewisse Regeln erfolgt meist sehr früh, meist noch bevor die Kätzchen von der Mutter getrennt werden können. Eine ältere Katze (meist heimatlos geworden) gewöhnt sich auch relativ leicht in eine neue Umgebung ein. Viele Menschen scheuen aber davor und wünschen sich ganz junge Kätzchen. Natürlich ist es ein Erlebnis, eine junge Katze heranwachsen zu sehen, sie muß aber meist nach an grundlegendes Verhalten gewöhnt werden. Sie müssen damit rechnen, daß Sie ebensoviel Geduld mit jungen Kätzchen aufbringen müssen, wie für die "Umgewöhnen" einer älteren Katze.

 

Kater oder Katze?

Kater sind vom Körperbau her meist mächtiger als Katzen. Charakterliche Unterschiede sind nicht sehr ausgeprägt, nur kastrierte Kater sind eher ruhiger als Katzen. Kater werden etwa mit neun Monaten geschlechtsreif und markieren dann in der ganzen Wohnung ihr Revier. Eine Katze wird zwischen dem 6. und 12. Monat geschlechtsreif und ist dann zwei- bis dreimal im Jahr rollig, das sie lautstark bekundet.
Das Kastrieren von Kater oder Katze ist unbedingt anzuraten. Kastrierte Kater neigen weniger zum 'Streunen' und markieren nicht mehr. Sterilisierte Katzen führen ein harmonischeres Leben.
Mehr zum Thema "Kastration" finden Sie
hier!

 

Wie viele Tiere?

Ist Ihre Katze oft alleine und bieten Sie dem Tier genügend Platz, dann ist eine zweite Katze ein idealer Spielgefährte. Bei der Gewöhnung an einen neuen Mitbewohner kann es aber zu Problem kommen, geben Sie der eingesessenen Katze Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Sehr selten tritt aber der Fall ein, daß sich Katzen überhaupt nicht an einander gewöhnen und die Protesthaltung nicht ablegen. Dann ist eine Trennung empfehlenswert.

Katzen und Kinder

Katzen sind kein Spielzeug! Schenken Sie keine Katzen, die Aufnahme eines neuen Mitbewohners muß wohlüberlegt sein. Die Haltung von Haustieren hat auf die Entwicklung von Kindern positive Einflüsse, aber überfordern Sie Ihre Kinder bitte nicht. Bedenken Sie, auch wenn sich Ihre Kinder eine Katze als Haustier wünschen, die Hauptpflegearbeit wird immer beim Erwachsenen liegen.

Worauf Sie beim Kauf einer Rassekatze achten sollten:

Ein seriöser Züchter wird an Sie keine Rassekatze ohne Stammbaum, Gesundheitszeugnis, Impfpass und Kaufvertrag abgeben. Er wird sich unter Umständen das zukünftige Zuhause der Katze ansehen, Sie ein bisschen besser kennen lernen wollen, um zu überprüfen, ob Sie als Käufer für eines seiner Tiere in Frage kommen. Fassen Sie das nicht als Neugier oder Überheblichkeit des Züchters auf, sondern sehen Sie in seinem Vorgehen seine besondere Vorsorge für das Wohl des bei ihm geborenen Jungtieres.

Die Katzenzucht ist für ihn kein "gutes Geschäft": er hat, abgesehen vom Geld, sehr viel in die Aufzucht investiert: Zeit, Verantwortung, Gefühl - einschließlich Angst und Sorge, ob denn auch alles gut geht.

Die Katzenkinder sind ihm ans Herz gewachsen, sie haben ihm viel Freude gemacht und er wird Sie bitten, auch über Jahre hinweg den Kontakt zu ihm aufrecht zu erhalten.

Wundern Sie sich eher, wenn es ihm egal ist, bei wem und wie das Kätzchen in Zukunft leben wird.

Lassen Sie die Finger vom Kauf, wenn Ihnen irgendetwas missfällt. Versuchen Sie nicht, sich selbst die Skepsis auszureden. Sie müssen überzeugt sein, das richtige Tier beim richtigen Züchter gefunden zu haben. Diese Überzeugung hat Einfluß auf das gesamte Leben des Jungtieres bei Ihnen.

Alltag mit Katzen

Auch wenn eine Katze im Vergleich zum Hund weniger Aufmerksamkeit verlangt, muß eine Anschaffung gut durchdacht sein. Katzen werden im Durchschnitt 15 bis 17 Jahre alt. Seien Sie sich klar darüber, daß auch Sie sich so lange verpflichten.
Balkone oder offene Fenster sollten mit Drahtgittern oder Nylonnetzen gesichert werden. Auf Pflanzen, wie Azalee, Alpenveilchen, Weihnachtsstern, Efeu und Narzissen sollte verzichtet werden, sie sind Gift für Katzen. Eine Übersicht einiger giftiger Pflanzen finden Sie
hier!

Der Körper der Katze ist die perfekte "Jagdmaschine". Muskeln, Gelenke und Körperbau sind in ihrer Konstruktion auf geschmeidige und lautlose Bewegungen ausgerichtet. Es liegt in der Natur der Tiere, diese Fähigkeiten tagtäglich in einem aktiven Leben zu trainieren.
Katzen, die ihr Revier außerhalb des Hauses besitzen, decken hier ihr Bedürfnis nach Bewegung. Wenn Sie über einen Garten verfügen sorgen Sie für ungehinderten Ein- und Ausgang durch eine Katzenklappe. Zur 'Katzensicherheit' kann man den Garten mit einem nach innen gebogenen Zaun von mindestens 1,80 m Höhe umzäunen. Balkon oder Dachterrasse werden mit einem Nylonnetz gesichert.
Auch Wohnungskatzen können ein körperlich aktives Leben führen. Gönnen Sie Ihrem Samtpfötchen Klettermöglichkeiten und einen Aussichtsplatz am Balkon. Denn das lieben sie alle: Wie die Könige über 'ihr' Reich blicken und dabei zufrieden schnurren. Kratz- und Kletterbäume ersetzen hier die Herausforderungen der Natur.
 

Haus und Wohnungskatzen sind keine Gefangenen.

Es sind ganz einfach Tiere, deren Freiraum zu ihrer eigenen Sicherheit leider begrenzt werden muss. Denn: Freilauf kann tödlich sein!

 

 Es gibt übrigens noch etwas schöneres als eine Katze zu haben: ZWEI KATZEN!!

Dann haben die beiden immer einen Spiel- und Lebensgefährten, auch wenn ihre Menschen mal keine Zeit haben.

 

 

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