Die Ernährung der Katze

Die richtige Ernährung spielt bei der Gesunderhaltung Ihrer Katze eine wichtige Rolle. Dabei stehen Geschmack und tatsächlicher Bedarf - wie auch bei uns Menschen - leider häufig in krassem Widerspruch. Eine Ernährung mit Essensresten bekommt Ihrer Katze nicht, da der Bedarf dieser Tiere sich erheblich von dem der Menschen unterscheidet. Und schließlich ist eine Katze auch kein Mülleimer!

Das Katzenfutter (Fertigprodukt)

Der einfachste Weg zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung ist der Griff zum Fertigprodukt. Natürlich können Sie das Futter für Ihren Liebling auch selbst zubereiten. Dosenfutter, das alle Lebensnotwendigen Nährstoffe enthält, muß mit der Bezeichnung "Alleinfuttermittel" gekennzeichnet sein. Dieses garantiert eine vollständige und ausgewogene Ernährung. Es gibt auch "Ergänzungsfuttermittel", die nicht alle von Ihrer Katze benötigten Stoffe enthalten. Diese dürfen Sie ihr gelegentlich oder auch zusätzlich geben. Die gesunde Katze benötigt keinerlei weitere zusätzliche Nahrung. Gleiches gilt für Trockenfutter, dem die Flüssigkeit weitestgehend entzogen ist. Hier müssen Sie unbedingt darauf achten, daß die Katze viel trinkt!

Die Qual der Wahl

Für Katzenkinder, ältere Katzen und solche, die einer gewissen Diät bedürfen, gibt es spezielle Zusammensetzungen. Im übrigen gibt es nur wenige objektive Unterscheidungsmerkmale, nach der die Qualität des Futters beurteilt werden kann. Der Proteingehalt beträgt bei fast allen Produkten zwischen 9 und 11 Prozent, wobei es allerdings nicht nur auf die nackte Zahl sondern vielmehr auf die Qualität der Eiweißstoffe ankommt. Katzen verwerten pflanzliche Proteine bei weitem nicht so gut wie wir Menschen. Und Produkte, die Zucker oder Farbstoffe enthalten, gelten als umstritten. Für welche Geschmacksrichtung sich Ihr Liebling letztendlich entscheidet, finden Sie am besten durch das bewährte "try-and-error"-Prinzip heraus. Jede Katze hat ihre Lieblingsspeise, und sie wird er Ihnen mit sanftem Nachdruck und der zarten Eigenheit, die sie an Ihrer Gefährtin so lieben, verständlich machen.

Feinschmecker Katze

Wie bereits erwähnt, zählen fast alle Katzen zu den absoluten Feinschmeckern. Sie lassen sich gerne mit den verschiedensten Leckereien verwöhnen. Es kommt häufig vor, daß die Katze ein sonst gern gefressenes Futter nicht mehr mag und sich mit Heißhunger auf eine sonst verschmähte Sorte stürzt. Sie brauchen Ihren Futtervorrat deshalb nicht gleich vernichten oder verschenken, denn vielleicht ist es schon bald wieder umgekehrt. Es letztendlich verschiedene Gründe geben, wenn ihre Katze nicht frißt, da außer geschmacklichen und qualitativen Gründen auch Erkrankungen in Betracht kommen. Es ist daher notwendig, daß Sie ihre Katze genau beobachten und eventuell rechtzeitig zum Tierarzt gehen.

Unverträglichkeit

Natürlich kann es auch bei Katzen zu Nahrungsmittelallergien kommen. Bei ständigem Erbrechen oder Durchfall infolge einer bestimmten Futtersorte sollten Sie die Futtersorte wechseln und um ganz sicher zu gehen, auch den Tierarzt konsultieren. Bei schwereren allergischen Reaktionen, die sich z.B. durch Fellausrupfen bemerkbar machen können, ist ein Besuch beim Tierarzt Pflicht. Es gilt dann, die allergenen Bestandteile herauszufinden, und über einen längeren Zeitraum bestimmte Inhaltsstoffe bzw. Fleischsorten zu vermeiden. Ihr Tierarzt weiß in diesem Fall am besten, was gut für Ihren Liebling ist.

Milch oder Wasser?

Am besten eignet sich Wasser als Getränk für Ihre Katze. Ein noch immer weit verbreiteter Irrtum ist, daß für Katzen eine Schale Milch der Inbegriff der fürsorglichen Pflege ist. Katzen bekommen keine Milch sondern Wasser. Zwar gibt es einige Katzen, die Kuhmilch gut vertragen, aber viele Katzen können Milch nicht vollständig verdauen und bekommen schwere Durchfallerkrankungen. Jedoch liebt Ihr kleiner Liebling Milch. Die Industrie fertigt deshalb spezielle Milch für Katzen, denen die unverträglichen Stoffe entzogen sind. Diese kann unbedenklich verfüttert werden. Sie sollten sie aber keinesfalls als Wasserersatz ansehen.

Ernährung der Jungkatze

Jungkatzen haben einen erhöhten Energiebedarf. Gleichzeitig benötigen Katzenwelpen bei der Umstellung von der Muttermilch auf Katzenfutter ein Produkt, das mundgerechte Bissen enthält. Sehnen und Knorpel, wie sie im Dosenfutter häufig vorkommen, können sie mit ihren ersten Zähnen nicht zerkleinern. Dem hat die Industrie Rechnung getragen, indem sie spezielle Produkte für Katzenkinder entwickelt hat. Sie enthalten in der Regel mehr Proteine und sind sehr fein püriert. Zumindest in den ersten Wochen ab Umgewöhnung ist die Verwendung solcher Produkte sehr sinnvoll.

Ernährung von Katzenbabies

Katzenbabies benötigen wesentlich häufiger Futterportionen als ausgewachsene Tiere. Werden sie nicht lang genug von der Katzenmama gesäugt, so muß eine spezielle Ersatznahrung verabreicht werden. Bei einer normalen Umstellung, also im Alter von 6-8 Wochen, bekommt Ihr Kätzchen noch mindestens 6 Mahlzeiten am Tag. Wir empfehlen, das Futter mit der Gabel zu zerkleinern und etwas Fleischbrühe oder warmes Wasser zuzugeben. Trockenfutter sollten Sie in warmen Wasser aufquellen lassen. Treten Probleme (z.B. Durchfall) auf, so ist unbedingt sofort der Tierarzt zu befragen. Die weitere Futterumstellung ist abhängig von der individuellen Entwicklung der Katze. Erfahrungswerte spielen hier eine große Rolle. Auch können nicht alle möglicherweise auftretenden Probleme an dieser Stelle abgehandelt werden.

Ihre Katze im Alter

Erst einmal in die Jahre gekommen, ist die Katze weitaus weniger aktiv als jüngere Tiere. So mancher Zahn mußte vom Tierarzt entfernt werden. Spezielle Futtermittel für die älter werdende Katze sind feiner püriert und sind auch für die zahnlose Katze bekömmlich. Andererseits weisen sie keinen erhöhten Anteil an Proteinen (wie beim Futter für Jungkatzen) auf und sind im übrigen speziell auf die Bedürfnisse der älteren Katze abgestimmt. Es stellen sich häufig Erkrankungen der inneren Organe ein. Besonders häufig ist eine chronische Einschränkung der Funktionalität der Nieren. Solche Schäden sind irreparabel. Stellt der Tierarzt erst einmal eine Nierenfunktionsstörung fest, so ist eine spezielle Diät angesagt. Es gibt eigens dafür entwickelte Diätfuttermittel, die je nach dem Grad der Erkrankung unterschiedliche Zusammenstellungen haben. Über die Form und das Aussehen einer Nierendiät befindet ausschließlich der Tierarzt.

Vorsicht bei rohem Fleisch

Der Virus der "Aujezkyschen Krankheit" kommt besonders oft in rohem Schweinefleisch, zunehmend aber auch in Rindfleisch vor. Für Menschen ist die Aujezkysche Krankheit ungefährlich, bei Katzen und Hunden führt sie innerhalb von wenigen Tagen, mitunter innerhalb von Stunden zum Tode! Abkochen oder Anbraten nützt nichts, das rohe Fleisch muß gut durchgebraten oder - gekocht sein und darf keine blutigen Stellen mehr aufweisen.

Können sich Katzen mit Mäuse fangen ernähren?

Nein! Um ihren Nahrungsbedarf mit Mäusen zu decken, müßte eine Katze täglich mindestens 10 bis 15 Mäuse fangen. Dies ist den meisten Katzen, auch in ländlichen Gebieten, kaum noch möglich. Unverantwortlich ist es, eine Katze hungern zu lassen, damit sie mehr Mäuse fängt. Erstens sollte die Katze die gefangene Beute nicht verzehren, da Mäuse bzw. andere Tiere vergiftet bzw. erkrankt sein können, zweitens wird auch eine gut und regelmäßig gefütterte Katze ihren Jagdtrieb beibehalten. Sie werden bemerken, daß Ihr kleiner Tiger seine Beute abliefert. Auch wenn das tote Mäuschen noch so süß war, sollten Sie niemals mit Ihrer Katze schimpfen, denn jagen ist Ihr natürlicher Instinkt. Sie sollten Ihre Katze jetzt loben und Ihr anstelle des toten Tieres eine andere Leckerei geben. Nicht vergessen: Katzen, die Auslauf haben und auf Jagd gehen, sollte man regelmäßig entwurmen.

 

 

 

 

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